01. August 2026
Wie fühlt sich Bedürfnisorientierung an?
Meine Mathematik-Lern- und Erfolgsbegleitung ist so gestaltet, dass alle Beteiligten die folgenden 5 Grundbedürfnisse stillen können:
- WIRKSAMKEIT (engl. Competence) fühlt sich an wie „ich kann das“, „ich verstehe das“, „das habe ich selbst gemacht“;
- SELBSTBESTIMMUNG (engl. Autonomy) fühlt sich an wie „ich entscheide“, „ich wähle“, „ich bin frei, ich selbst zu sein“;
- ZUGEHÖRIGKEIT (engl. Relatedness) fühlt sich an wie „ich gehöre dazu“, „ich bin nicht allein“, „sie kümmern sich um mich“;
- WÜRDE (engl. Dignity) fühlt sich an wie „ich bin wichtig“, „ich bin wertvoll“, „ich werde respektiert“;
- SICHERHEIT (engl. Safety) fühlt sich an wie „es besteht keine Gefahr“, „ich brauche keine Angst zu haben“, „ich bin sicher, ich selbst zu sein“, „ich werde nicht beschämt“.
Die englischen Anfangsbuchstaben ergeben das Wort CARDS.
Foto von Paz Arando auf Unsplash
Wie setzen wir das um?
... statt Kontrolle und Angst: Die Teilnahme an den verschiedenen Angeboten – Gruppen-Sessions und Einzelgespräche – ist stets freiwillig. Die Teilnahme wird nicht erzwungen, nicht kontrolliert, Abwesenheit wird nicht bestraft. Stattdessen sind die Teilnehmer eingeladen, die Angebote so mitzugestalten, dass sie zur Erreichung ihrer Ziele hilfreich sind. Wer das darf und dazu ermutigt wird, kommt gern und freiwillig.
... statt Wettbewerb und Konkurrenz: Wir bilden eine Gemeinschaft, in der jeder wachsen darf und in der jeder die dafür notwendige Unterstützung aus der gesamten Gemeinschaft erhält.
... statt Klassenbildung: Die Lernbegleitung ist ganz bewusst offen für Azubis aller Ausbildungsberufe, Lehrjahre, Schulabschlüsse etc. Wenn die Lerngruppen durchmischt sind, ist es sinnlos, sich mit anderen zu vergleichen, und alle können sich darauf konzentrieren, einander zu unterstützen. So erhält man auch Einblicke in andere Berufe und deren Ausbildungsanforderungen.
... statt Abhängigkeit: Ziel ist es, die Teilnehmer zu befähigen, ihren Ausbildungsweg eigenverantwortlich zu gestalten. „Was kann ich schon, wobei benötige ich noch Unterstützung, wen kann ich darum bitten?“ Das erfordert Reife, Selbsterkenntnis, Verantwortungsbewusstsein und eine gute Portion Mut.
... statt Beschämung und Blockaden: Wer wachsen will, muss sich auch verletzlich zeigen können: negative Glaubenssätze, Scham, schlechte Erfahrungen in der Vergangenheit, oder einfach mal ein „Das weiß ich (noch) nicht.“, ohne dafür abgewertet zu werden. Die Lernbegleitung bietet eine sichere und vertrauliche Umgebung, wo man zeigen kann, was man noch nicht kann, aber können möchte, und um sich die dafür nötige Unterstützung zu holen.
... statt Rückwärtsorientierung und Schulddiskussionen: Es geht nicht darum, Defizite gegenüber äußeren Erwartungen festzustellen und irgendjemandem die Schuld an den Defiziten zu geben (Eltern, Lehrer, Azubi). Es geht darum, den Azubi zu respektieren wie er/sie ist und in seiner/ihrer Entfaltung zu unterstützen. Mehr zur Vorwärtsorientierung in diesem Blog-Beitrag.